Eichenkratt

Bevor in Deutschland ein geregelter Waldbau begann, wurden viele Wälder als Niederwald bewirtschaftet. In einem solchen Wald werden die Bäume in regelmäßigem Abstand gefällt bzw. „auf den Stock“ gesetzt. Danach wachsen wieder junge Triebe aus dem Stumpf (Stockausschlag) oder bilden sich aus oberflächlich wachsenden Wurzeln (Wurzelbrut). So wird der Bestand in regelmäßigen Abständen verjüngt. Im Naturschutzgebiet „Haithabu-Dannewerk“ sind als Niederwälder vor allem die Eichenkrattwälder hervorzuheben. Ein Kratt ist ein für die Geest typischer lichter und damit krautreicher Niederwald auf einem nährstoffarmen Standort. Eichenkratts wurden zur Gewinnung von Eichengerbrinde durch Borkschälerei (Lohewald) und auch als Waldweide (Hudewald) zur Eichelmast von Hausschweinen genutzt. Durch diese Wirtschaftsweise entsteht kein starkes Nutzholz. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts holzten die Menschen im Bereich Haithabu etwa alle 15 bis 20 Jahre die Bäume ab. Typische Eichenkratts zeichnen sich durch ein besonders geschütztes Kleinklima aus. Sie sind ein eigenständiger, besonders wertvoller Lebensraum insbesondere für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten. Eichenkrattwälder lassen sich am besten durch die Beibehaltung oder Nachahmung der traditionellen Bewirtschaftung pflegen.


Zukunftsprogramm