UNESCO Weltkulturerbe

Das Welterbekomitee hat das Grenzbauwerk Danewerk und den wikingerzeitlichen Handelsplatz Haithabu in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Der bedeutende wikingerzeitliche Seehandelsplatz Haithabu und das Grenzbauwerk Danewerk liegen an einer historischen Engstelle zwischen dem Ostseearm Schlei und den Niederungen der Nordsee bei Schleswig im Norden Schleswig-Holsteins. Zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert lagen die Stätten im Zentrum der Handelsnetze zwischen Nord- und Westeuropa und bildeten den Kern zwischen Skandinavien und dem kontinentalen Europa.

Aufgrund ihrer besonderen geografischen Lage waren Haithabu und das Danewerk der zentrale Knotenpunkt der Netzwerke von Seehandelsplätzen zwischen West- und Nordeuropa vom 8.-11. Jahrhundert. Haithabu und Danewerk sind zudem das herausragende Beispiel eines städtischen Handelszentrums, das zusammen mit einem großräumigen Befestigungswerk über mehrere Jahrhunderte den Kern des Grenzraums zwischen dänischem und fränkischem Reich bildete.

Die Vielfalt und die Qualität der archäologischen Zeugnisse sowie das reiche und äußerst gut erhaltene archäologische Material zeigen die einzigartige Bedeutung dieses Denkmalensembles. Während der gesamten Wikingerzeit war Haithabu eine der größten und wichtigsten Handelsstädte. Im 10. Jahrhundert wurde Haithabu in das Verteidigungssystem des Danewerks eingebettet, welches das Grenzland und die schmale Landbrücke zwischen Nord- und Ostsee kontrollierte. Beide Denkmale sind ein herausragendes Zeugnis für den Austausch und Handel zwischen Menschen verschiedener kultureller Traditionen in Europa zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert. Sie wurden zu wichtigen wissenschaftlichen Quellen, um eine Vielzahl wirtschaftlicher, sozialer und historischer Entwicklungen im wikingerzeitlichen Nordeuropa verstehen zu können.

     

Der Welterbeantrag für Haithabu und das Danewerk wurde seit einem Landtagsbeschluss im Jahre 2004 vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein unter seinem langjährigen Leiter Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim vorbereitet: „In den vielen Jahren der Vorbereitung ist gerade hier in der Region ein äußerst solides Fundament für den erfolgreichen Antrag zur Aufnahme gelegt worden. Auch das ist ein besonderer Erfolg der Nominierung.“ Ein internationaler Antrag zusammen mit Island, Dänemark, Lettland und Norwegen unter dem Thema „Wikingerzeitliche Stätten in Nordeuropa“ wurde 2015 vom Welterbekomitee zur weiteren Überarbeitung an die Antragsteller zurückverwiesen und daraufhin nicht mehr weiter verfolgt. Stattdessen formulierte das Archäologische Landesamt kurzfristig einen neuen Antrag, der sich nur noch auf Haithabu und das Danewerk als einzigartigen wikingerzeitlichen Handelsknotenpunkt und Grenzbauwerk fokussierte. Der Antrag wurde im Januar 2017 bei dem UNESCO Welterbezentrum eingereicht und im Herbst 2017 und Frühjahr 2018 von ICOMOS geprüft. Die Experten des Internationalen Rates (ICOMOS) hatten im Mai vorgeschlagen, den Denkmalkomplex als “The Archaeological Border complex of Hedeby and the Danevirke” in die Liste des UNESCO-Welterbes aufzunehmen.

Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein koordinierte als zuständige Landesbehörde für den Schutz und Erhalt der archäologischen Denkmale Danewerk und Haithabu den Einzelantrag für Schleswig-Holstein. Dabei wurde eng mit Gemeinden, Städten, Kreisen und verschiedenen Institutionen und Organisationen zusammengearbeitet.

Aus der intensiven Kooperation mit den AktivRegionen und dem Kreis Schleswig-Flensburg entstand das Projekt „Danewerk und Haithabu: Denkmal mit Wirkung!“. Dabei wurden die beteiligten Gemeinden besser vernetzt, die Grundlage für den touristischen Umgang mit den Denkmalen geschaffen und im Rahmen eines Wettbewerbs Ideen für die Gestaltung der Landschaft um das Danewerk gesammelt.

2012/2013 wurde ein Teil des Freiraumkonzeptes für die Gemeinde Busdorf aus dem Ideenwettbewerb umgesetzt: Um einen Wallabschnitt des Danewerks wurde ein Park angelegt und so eine öffentliche Fläche in der Ortsmitte geschaffen. Neue Treppen und Brücken aus Cortenstahl entlasten die Aufgänge zu den Wällen.

2014 entstand ein neues Vermittlungssystem an Haithabu und Danewerk mit einheitlicher Designsprache, neuer Beschilderung und Kennzeichnung der Denkmale, ergänzender Wegweisung und einer Webseite für Informationen zu den Denkmalen.

Der Managementplan für Haithabu und das Danewerk entstand 2014 mit allen Beteiligten gemeinsam. Er soll als Steuerungs- und Verwaltungssystem den langfristigen Erhalt der Denkmale sichern und gleichzeitig Entwicklungen fördern, bei denen das Umfeld von den Denkmalen profitiert. Gemeinden und Kreise sind dabei genauso einbezogen wie Behörden und Organisationen. Der Managementplan wird in den nächsten Jahren fortgeschrieben.

 

Weiterführende Links:

Pressemitteilung vom ALSH zur Eintragung in die UNESCO-Welterbeliste
https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/ALSH/_startseite/artikel/eintragung_von_Haithabu_und_Danewerk_in_die_UNESCO-Welterbeliste.html

Offizieller Eintrag auf der UNESCO-Welterbeliste (engl.)
http://whc.unesco.org/en/list/1553

Archäologisches Landesamt Schleswig-Holstein / Welterbebüro Haithabu und Danewerk
http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/ALSH/_startseite/artikel/welterbeantrag.html

Ausführliche Beschreibung mit zahlreichen Abbildungen von Haithabu und Danewerk auf KuLaDig 
https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-271183

Freiraumkonzept Busdorf  am Danewerk
http://danewerk.busdorf.de/

 

UNESCO

UNESCO Welterbezentrum
http://whc.unesco.org/en/list/

Deutsche UNESCO-Kommission e. V.
http://www.unesco.de/home.html

Welterbestätten Deutschland e. V.  
http://www.unesco-welterbe.de/service/unesco-welterbestaetten-deutschland-e.v.

UNESCO Schulen
http://www.ups-schulen.de/


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